Film
Cast
Team
HC Artmann
Extras
Projektionen
Kontakt
Der Film
Trailer
Ein Mensch geht am Rande zum Tag von einem nächtlichen Ausflug heim, ein Rowdy, so ungestüm wie das erste Sonnenlicht, überfällt ihn. Der Überfall endet vorerst nicht. In Variationen leuchtet der Film aus, wer dieser Rowdy ist und wer dessen Opfer. Wird es schlussendlich doch noch hell?
Der Film „Auftritt eines rowdys“ ist ein audiovisueller Hybrid zwischen Literatur und Film. HC Artmanns gleichnamige Kurzgeschichte wird beinahe wortgetreu im Film wiedergegeben, die Bilder verfolgen jedoch jenen alogischen Aufbau so vieler Werke Artmanns. So gibt es zwar stets eine Assoziation zum Text, aber Vorgriffe, scheinbare Rückblenden und das Auseinanderlaufen von Ton und Bild sind Mittel mit denen der Film eine artmanneske Welt erschafft.
Ein Mann geht trunken nach Hause und wird von einem Rowdy überfallen. Unter Gewalt- androhung wird er gezwungen einen Hut zu tragen, den zu tragen ihm eine Herabsetzung seines Seins wäre. Die Sonne erklimmt den Horizont und der Überfall endet vorerst nicht. „Wie würden Sie in solch einem Falle reagieren?“ fragt die Erzählerin später den Rowdy, vielleicht um weiter zu berichten, wie der Rowdy wieder und wieder sein Opfer überfällt. Ist es die Erzählerin, die den Rowdy zu seinen Schandtaten antreibt, ist also Sie der eigentliche Rowdy und er ihr Opfer?
Artmanns Kurzgeschichte so wie auch der Film sind Allegorien, deren mehrfache Bedeutungen beide zu enigmatischem Material machen. Soll der Rowdy schließlich den Tag und das Opfer die Nacht darstellen oder will die Geschichte von der gespaltenen Natur des Menschen berichten?
Die Uneinordenbarkeit des Films ist eine seiner Stärken, denn er kann nicht ohne weiteres in eine vorgefertigte Schublade gedrängt werden. Der „Auftritt eines rowdys“ ist ein narrativer Experimentalfilm, eine alogische Narrative und eine assoziative Literaturverfilmung, die einen poetischen Moment vermitteln will.

Bereits 2004 entstand erstmals die Idee, eine Geschichte H.C. Artmanns zu verfilmen. Unter der Regie von Christian Kurz und Lorenz Meyer entstand schließlich „Hasard und Entenbraten“ aus dem Band „How much Schatzi?“. Seither bestand stets der Wunsch, eines Tages eine weitere Geschichte aus dem Kurzgeschichtenband zu adaptieren und verfilmen.

Nach mehreren Jahren filmischer Praxis haben sich Christian Kurz und Lorenz Meyer nun erneut zusammengesetzt, um diesen Wunsch in die Tat umzusetzen, und in “Auftritt eines rowdys” die perfekte Basis für eine interpretierfreudige künstlerische Verfilmung gefunden.